Mittwoch, 8. Januar 2014

Open my heart.

"Willst du mir nicht endlich alles erzählen?", fragte er in einem vorsichtigen Ton und blickte mich unsicher an. "Gib mir etwas Zeit, okay? Irgendwann, aber jetzt geht es einfach noch nicht", schüttelte ich den Kopf, woraufhin er nickte. "Du kannst jederzeit zu mir kommen, das weißt du ja!", zwinkerte er mir nun zu und ich lächelte leicht. Es erschien mir jetzt viel leichter, nachdem Nico mich vorhin zum Lachen gebracht hatte. Als hätte ich nie damit aufgehört. "Aber bitte tu mir den Gefallen und ess etwas. Du hast seit 48 Stunden nichts mehr zu dir genommen. Und ich mag dich, Zoe. Nein, ich liebe dich. Und ich will nicht, dass du dich so kaputt machst. Und ein paar Pfunde mehr würden dir echt tausend mal besser stehen!", redete er auf mich ein, was mich seufzen ließ. "Was gibt es zu essen?", erkundigte ich mich und ein leichtes Grinsen huschte über sein Gesicht. "Käsenudeln." - "Nein, vergiss es!", rief ich sofort und schüttelte energisch den Kopf. "Bitte", flehte er mich an und schaute mit direkt in die Augen. Sein Blick war zum dahin schmelzen und ich hasste es, wie schwach er mich damit machte. "Nico, bitte. Das ist echt zu heftig für den Anfang", lehnte ich ab und versuchte, seinem Blick stand zu halten. Er nickte verständnisvoll. "Dann fangen wir doch total harmlos an. Wie wär's mit Salat? Aber du musst versprechen, ihn drin zu behalten!", schlug er nun vor und nachdem ich einige Sekunden gezögert hatte, stimmte ich zu. Worauf ließ ich mich hier nur ein?


Eine halbe Stunde war schon seit dem Mittagessen vergangen und ich saß neben Nico auf dem Sofa in unserem Wohnzimmer. Jake hatte sich ebenfalls zu uns gesellt und den Fernseher angeschaltet. Nervös spielte ich an meinem Ring herum. Es waren schon 30 Minuten vergangen und ich hatte mich noch nicht übergeben. Wenn ich noch eine halbe Stunde länger warte, war der Salat mit diesem verfluchten Joghurt-Dressing schon zum größten Teil verdaut. "Alles klar, Zoe?", flüsterte Nico mir ins Ohr und machte mich auf sich aufmerksam. "Ich muss eine rauchen", entgegnete ich nur leicht verzweifelt und verzog mich auf die Terrasse, unter den Blicken der Jungs. Schnell kramte ich meine Schachtel heraus und schnappte mir meine letzte Kippe daraus. Das war schon die fünfte Packung, die ich innerhalb von vier Tagen verbraucht hatte. "Das mit dem Rauchen solltest du auch mal sein lassen", murmelte Nico, der neben mir aufgetaucht war und nahm mir die Kippe weg. "Man, ich brauche die jetzt. Außerdem rauchst du selbst!", rief ich und wollte sie ihm wegnehmen, als er sie im nächsten Moment in den Pool warf. "Fick dich", rief ich wütend und schlug ihm so fest es ging auf die Schulter. "Sag mal, hat dir meine Schulter irgendwas getan oder warum schlägst du sie heute schon zum dritten Mal?", lachte er nun, doch ich seufzte genervt. "Ich raste gerade aus und die Zigarette hält mich davon ab mir den Finger in den Hals zu stecken und du schmeißt sie in den Pool, du Wichser!", gab ich in einem vorwurfsvollen Ton von mir. "Ich liebe dich", sagte er und küsste mich flüchtig. "Das bringt mir meine Kippe auch nicht zurück!" - "Ist echt zuckersüß wie agressiv dich das macht", kicherte er und mir fiel es schwer, ihn weiterhin so böse anzusehen. "Ich bin stolz auf dich, Zozo. Behalt's drin, es ist ok. Es ist nichts falsch daran!", versuchte er weiterhin mich zu beruhigen und fuhr mit seinen Fingern meinen Arm auf und ab. Seine Berührungen ließen mich einen Gang runterschalten. Ich atmete tief ein und aus, meinen Kopf immer noch in seiner Halsbeuge vergruben. Wir saßen lange so da, es kam mir vor wie eine ganze Ewigkeit, bis Nico das aussprach, auf das wir beide heimlich gewartet hatten: “Du hast es geschafft. Die Stunde ist rum und du lebst noch. Alles ist gut.” Ich hob meinen Kopf und schaute ihm in seine ozeanblauen Augen, die mit Stolz gefüllt waren. “Kann ich in mein Zimmer gehen, ohne, dass du dir Sorgen machst?”, fragte ich nach und er nickte. “Ich vertrau dir. Und wenn du denkst, dass es nicht geht, dann bau keinen Scheiß sondern komm zu mir. Ich bin bei den Jungs im Wohnzimmer.”, meinte er in einem ernsten Ton, während wir aufstanden. “Ich versprech es dir.”, nickte ich und als wir die Villa wieder betraten, ging ich direkt hoch in mein Zimmer. Mit meiner Gitarre in der Hand ließ ich mich auf’s Sofa nieder und begann zu spielen. 



"Und dann finden sich zwei Menschen, die sich nie gesucht haben,."